Erkenntnisse schaffen

Forschungsförderung

Ein wesentlicher Pfeiler unserer Stiftungsarbeit ist die Förderung der dringend benötigten Grundlagenforschung zu ME/CFS in Deutschland. Unser Ziel ist es, Studierende und junge WissenschaftlerInnen frühzeitig für ME/CFS zu sensibilisieren und ihr Interesse zu wecken, auf diesem herausfordernden Forschungsgebiet tätig zu sein.

Unser Stipendienprogramm bietet vielversprechenden WissenschaftlerInnen in allen Bereichen der biomedizinischen Forschung herausragende Anreize für ein Forschungsengagement. Ein Engagement, das allen zugutekommt, denn ME/CFS kann jeden Menschen, jeder Altersgruppe, Geschlechts oder ethnischer Gruppe treffen.

Unser Stipendienprogramm

Unser Stipendienprogramm wurde 2016/2017 mit einer Großspende von Gabriele Spreter (Schweiz) ins Leben gerufen. Es wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Seit 2012 konnten so durch die Lost Voices Stiftung Stipendien im Wert von rund 110.000 Euro vergeben werden. Neben der Charité Berlin und der TU München sollen auch an anderen Universitäten in Deutschland weitere Stipendien folgen.

Stipendiatinnen und Stipendiaten

In nahezu allen Bereichen gibt es einen großen Bedarf, um die Bedingungen zu erforschen, die zu ME/CFS führen, es aufrechterhalten und eine Genesung verhindern. Wir fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs in der medizinischen Immunologie, der Neuroimmunologie sowie anderen geeigneten Fachrichtungen mit Schwerpunkt Myalgische Enzephalomyelitis/Chronische Fatigue-Syndrom (G 93.3).

Folgende Stipendiatinnen und Stipendiaten und Forschungsprojekte werden aktuell gefördert.

Lavinia Flaskamp (gefördert 01/2021-01/2022): Ziel der Masterarbeit ist es, Untersuchungen zu Vorliegen und Funktion von Auto-Antikörpern gegenüber Endothelzellen bei Patienten nach COVID-19 und ME/CFS und ihrer Rolle bei der Entwicklung einer endothelialen Dysfunktion. In diesem Projekt soll das Patientenserum auf die Anwesenheit verschiedener Auto-Antikörper, unter anderem auch Auto-Antikörper gegen Endothelzellen, sogenannte anti-Endothelzell-Antikörper (AECA), analysiert werden. Weiterhin soll untersuchtwerden, inwieweit diese AECA funktionelle Effekte auf EC vermitteln, die ein Dysfunktion erklären könnten.

Sarah Hubmann (gefördert 01/2021-01/2022): Ziele der Doktorarbeit ist es, in einer Kooperation zwischen dem Zentrum für Schmerztherapie junger Menschen des Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie Garmisch-Partenkirchen und der ME/CFS Spezialambulanz der TUM – Kinderpoliklinik im Rahmen eines innovativen Pilotprojekts ein multimodales, interdisziplinäres Behandlungskonzept für junge Patienten mit chronischen Schmerzen und ME/CFS zu entwickeln und zu evaluiert. Die Arbeit soll eine wissenschaftliche Grundlage liefern, auf der mittelfristig ein wirksames, individualisiertes und validiertes, intersektorales Therapiekonzept etabliert werden kann. Im positiven Falle könnte das Pilotkonzept auf weitere Einrichtungen übertragen werden kann. Ein vergleichbares Konzept existiert bisher nicht und zahlreiche Patienten sind in vielen Belangen unterversorgt.

Gordon Rudolf (gefördert 12/2020-05/2021): Ziel der Doktorarbeit ist es die klinischen Befunde von Post-COVID-ME/CFS Patienten zu erfassen und systematisch zu analysieren. Dabei werden COVID-genesene Patienten mittels einer Herzratenvariabilitätsmessung und durch die Auswertung spezifischer Fragebögen, so z.B. Kompass 31, auf autonome Dysfunktionen untersucht und gesunden Kontrollen gegenübergestellt. Bisher gibt es zu diesem Themenbereich noch keinerlei systematische Studien.

Karolin Sophie Rosa Deichl (gefördert 04/2020-03/2021): Ziel der Doktorarbeit ist die systematische Analyse der Antikörperantworten in 100 Patienten mit pCFS und 100 gesunden Kontrollen der gleichen Altersgruppe. Dabei sollen drei Klassen an Antigen untersucht werden: (1) alle in der Datenbank annotierten offenen Leserahmen von Epstein-Barr-Virus, (2) bekannte Autoantigene, die in anderen EBV-assortierten Erkrankungen wie Systemischer Lupus erythematodes (SLE) oder Multipler Sklerose (MS) von Bedeutung sind und (3) Neurorezeptoren des peripheren Nervensystems.

Milan Haffke (gefördert 10/2020-03/2021): Ziel der Doktorarbeit zu ME/CFS ist es verschiedene Biomarker aus den verfügbaren Patientenproben der zentralen Biobank der Charité und der Post-Covid-Sprechstunde mit den klinischen Symptomen der Patienten sowie mit einer gesunden Kontrollgruppe zu korrelieren. Das Ergebnis der Publikation soll es ermöglichen, besser einzuschätzen, welche Biomarker für zukünftige diagnostische Zwecke genutzt werden können.

Samira Picht (gefördert 01/2020-03/2021): Ziel der Masterarbeit ist die Untersuchung des Pathomechanismus und Entwicklung diagnostischer Marker bei ME/CFS. Mittels CytometricBead-Assays (CBA) sollen Antikörper gegen unterschiedliche Teile der M3 und M4 Rezeptoren bei Patienten mit ME/CFS und anderen Erkrankungen gemessen werden.

Unsere Stipendien auf einen Blick

Das Jahresstipendium (mtl. EUR 400,00 für 12 Monate) soll wissenschaftlichem Nachwuchs den Einstieg in die Forschung zu ME/CFS ermöglichen.

Das Kurzzeitstipendium (mtl. EUR 800,00 für 3 bis 6 Monate) ist für junge Wissenschaftler/innen gedacht, die ihren Master oder ihr Staatsexamen (Medizin und Pharmazeutik) gerade erworben haben und sich in einer Übergangsphase bis zur Fertigstellung ihrer Publikationen befinden.

Das Promotionsstipendium (ab mtl. EUR 1.200,00 für 12 Monate) vergibt studienbegleitende Forschungsfördergelder für Bewerber/innen mit abgeschlossenem Hochschulstudium mit dem Ziel das Promotionsvorhaben abzuschließen.

Das Reisekostenstipendium (einmalig bis max. EUR 500,00) kann zusätzlich zum Kurzzeit- oder Jahresstipendium beantragt werden und beinhaltet einen Reisekostenzuschuss zur Teilnahme an einer internationalen Fachtagung zu ME/CFS z. B. BRMEC, IIMEC in London oder der EUROMENE (Biomarker Working Group). Auf Antrag ist ein Reisekostenstipendium auch ohne Verbindung mit anderen Stipendien als Einzelfall möglich. Der Ort der Teilnahme wird in Absprache mit dem/der Studienbetreuer/in ausgewählt. Bei vorhandenem Jahres- oder Kurzzeitstipendium erfolgt der Abruf formlos per E-Mail. Für einen separaten Antrag bitten wir Sie vorab per E-Mail mit Nennung der Kontaktdaten der Studienbetreuerin/ des Studienbetreuers anzufragen.

Beantragung eines Stipendiums

Voraussetzungen

Der Antragsteller / die Antragstellerin darf das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Die monatliche Förderhöhe wird unabhängig vom Familienstand gewährt.

Die Relevanz der Masterarbeit oder der medizinischen Promotion zu ME/CFS (G 93.3) muss im Antrag deutlich herausgestellt werden.

Die Forschungsarbeiten bearbeiten Fragen zu Ursachen, Diagnose und Behandlung von ME/CFS oder das Thema Biomarker für ME/CFS als organische Erkrankung.

Antragsfrist und Vergabe

Ein Antrag ist jeder Zeit auf Anfrage möglich.

Dieses Programm wird durch Spenden realisiert. Daher ist eine Zusage abhängig vom Förderetat und dem jeweiligen Forschungsvorhaben. Der Stiftungsvorstand entscheidet über die Vergabe der Stipendien.

Antragsformular

Die Bewerbung für ein Stipendium erfolgt über ein Webformular. Gern können Sie sich auch mit Fragen an uns wenden: Nicole Krüger (info[a]lost-voices-stiftung.org). 

Forschungsförderung unterstützen

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie dringend benötigte Forschung. Schon ab EUR 400,00 monatlich kann die Lost Voices Stiftung ein Jahr lang die dringend erforderliche Forschungsarbeit zu ME/CFS unterstützen. Ihre Spende hilft uns , dieses wichtige Förderprogramm weiterzuführen. Alle eingehenden Spenden mit dem Förderzweck ‚Stipendium‘ werden zu einer Förderung gebündelt. Sobald eine entsprechende Summe zur Verfügung steht, erfolgt die Ausschreibung eines neuen Stipendiums zum nächstmöglichen Stichtag. Die Lost Voices Stiftung stimmt sich hierbei mit den Universitäten der Stipendiatinnen und Stipendiaten ab. Exzellente Studienleistungen und überdurchschnittliches gesellschaftliches Engagement werden vorausgesetzt.

Bei einer Übernahme der vollen Kosten für ein Stipendium ermöglichen wir ab einer Spende von EUR 10.000,00 eine Nennung des Spenders im Stipendium und möglicher Publikation. Auf Wunsch erfolgt zusätzlich auf der Homepage der Lost Voices Stiftung eine namentliche Nennung bzw. Präsentation in Form eines Kurzportraits der Förderin/des Förderers. So bleiben Sie auf Dauer mit Ihrer Förderung verbunden. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Nicole Krüger: nicole.krueger@lost-voices-stiftung.org

 

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Kontakt

Telefon

0511 | 2706751

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info[at]lost-voices-stiftung.org